Über xhoch4
Boris Schmelter
Konzeption und Gestaltung
Diplom-Designer (FH)
Mobil: +49 (0)1 76 / 24 07 51 91
eMail: boris@xhoch4.de
Boris widmet sich ab 1996 intensiv der Graffiti-Tätigkeit und reist dafür durch ganz Europa. 2001 beginnt das Studium in Hannover und 2003 parallel dazu xhoch4. 2005 startet er sein Projekt „27 ADDICTS“ (www.imaddicted.org) indem er die Verschmelzung von Design und Graffiti durch die Zusammenarbeit mit internationalen Künstlern zu Papier und schließlich zum Diplom bringt. Schwerpunkte sind Corporate- und Grafik- sowie Web-Design.
Interview-Auszug aus dem Buch "YOUNG GERMAN DESIGN"
1. Was denkst Du über aktuelles Grafik-Design aus Deutschland? Lassen sich Tendenzen ablesen?
B: Nicht zu verleugnen ist sicherlich die Tendenz, dass junge Büros immer mehr eine Inspirationsquelle für etablierte Büros werden. Als Beispiel denke ich da an die Entwicklung der letzen 5 Jahre in denen Graffiti und Urbaner Style durch junge Büros und Gestalter und deren Publikationen immer mehr seinen Platz im angewandten Design gefunden hat plötzlich aber nicht mehr von den Aktiven aus der Szene kam. Die unzähligen Publikation die inzwischen zu diesen und weiterführenden Themen auf dem Markt sind, sind ein weiteres Zeichen dafür.
2. Wie beurteilst Du Grafik-Design aus Deutschland im internationalen Vergleich?
B: In erster Linie gut, ich sehe da keinen Wettkampf in dem man besser oder schlechter ist. Meine Erfahrung durch die Zusammenarbeit mit internationalen Gestaltern ist eigentlich die, dass es in allen Ländern sehr gute, engagierte Leute gibt. Das Ziel sollte weiterhin sein die Kräfte zu bündeln und zusammen Projekte zu realisieren und nicht zu beurteilen wer da wohl noch einen Tick besser sein mag.
3. Wer ist Dein Favorit unter den deutschen Grafik-Designern? Warum? Hast Du ein Vorbild?
B: Wir. Das ist jetzt keine Arroganz, sondern der Ehrgeiz mit dem ich für unser Gesamtprojekt arbeite und sicherlich auch eine Zieldefinition. Vorbilder in ursprünglichen Sinn habe ich keine, aber es gibt eine Vielzahl von guten Leuten, vor deren Arbeit ich hohen Respekt habe.
4. Wo siehst Du in Zukunft deutsches Grafik-Design?
B: In meinem iMAC.
5. Aus welchen Gründen hast Du Dich selbständig gemacht? Mit welchen Erfahrungen?
B: Der auslösende Grund damals, war eine Mischung aus reinstolpern ohne wirklich drüber nachzudenken und dem undefinierten Traum irgendwann mit den richtigen Leuten ein eigenes Büro zu haben. Der Grund warum ich es weiterhin bin, ist der, dass ich inzwischen den Unterschied kenne zwischen ‚Projekte von Anfang bis Ende zu betreuen und zu steuern’ und nur der Teil-Designer in einem Projekt zu sein. Zudem macht es mir wahnsinnigen Spaß unser eigenes Ding voranzutreiben ich weiss genau wofür ich soviel arbeite und das ist mehr Wert als jedes hohe Einstiegsgehalt als ‚Junior Art Director’ in einer tollen Agentur.
6. Ist der Standort für ein Designbüro wichtig? Warum? Nach welchen Kriterien hast Du Deinen Standort gewählt?
B: Sehr wichtig, obwohl uns das früher nie so bewusst war. Wir haben da angefangen wo wir bereits Fuß gefasst hatten und in der Vergangenheit durch kleiner Projekte auch schon ein Netzwerk gab. Zudem ging alles bei Null los und niemand hat je die Frage gestellt, in welcher Stadt die wirtschaftlichen Kriterien erfüllt wären. Inzwischen ist aber klar das Ingolstadt der bestmögliche Startpunkt für uns war. Die Stadt hat zum einen ein im bundesweiten Vergleich riesiges Wachstum, zum anderen damals eine fast brachliegende Designlandschaft, trotz (oder wegen) der großen Anzahl an alteingesessenen Agenturen. Die Kunden und Entscheider der Stadt streben in vielen Entscheidungen zur Großstadt und da ist auch innovatives Design und eine breite Kulturlandschaft gefragt.
7. Arbeitest Du auch an eigenen Projekten? Welche? Was ist Deine liebste Designaufgabe?
B: Momentan immer weniger aus Zeitmangel, außer ein paar Graffiti Aktionen nebenbei oder Arbeiten die ich gezielt für unsere Ausstellungen mache. Das letzte wirklich eigene Projekt war mein Diplombuch 27ADDICTS (www.imaddicted.org) in dem ich mit 27 Gestaltern aus 9 Ländern zusammen Arbeiten zwischen Design und Graffiti entwickelt habe. Lieblingsdesignaufgabe ist für mich Logo- und Zeichenentwicklung, zudem hoffe ich bald mal Zeit für ein komplettes Fontdesign zu haben.
8. Was ist für Dich typisch deutsches Design?
B: Design mit Helvetica (auch wenn die eigentlich für die Schweizer Typografie steht), weil das heutzutage normal, ordentlich und standartisiert aussieht Deutsch eben.
9. Glaubst Du, dass Du mit 65 noch als Designer arbeitest? Wie wird Deine Arbeit dann aussehen?
B: Wenn ich mir was wünschen darf, bin ich mit 65 Schrift- und Buchgestalter, der bereits ausgesorgt hat und nun in Ruhe, Projekt für Projekt richtig gute Sachen macht.
10. Welche Rolle spielt für Deine heutige Arbeit als Designer Deine Ausbildung? Hat sie Dich beeinflusst, in eine bestimmte Richtung gedrängt, gewiesen? Was denkst Du über Deine Ausbildung aus heutiger Sicht?
B: Meine Ausbildung hat mich zum Glück nicht in eine Richtung gedrängt oder stilistisch beeinflusst, das ganze Studium war durch meinen eigenen Einsatz bestimmt. Im Nachhinein hätte es vielleicht mehr Theorie sein können oder man hätte mehr zeichnen sollen, da das jetzt immer kürzer kommt. Insgesamt würd ich das Studium als Katalysator sehen, durch das Studium bin ich viel schneller voran gekommen, ohne wärs evtl. auch gegangen, hätte aber mindestens doppelt so lange gedauert.

